Jörg Benne: Dämonengrab – Protagonisten zwischen Tradition und Moderne (Blog-Tour)

Am 6. November hat Jörg Benne im Mantikore-Verlag seinen neuen Roman „Dämonengrab“ veröffentlicht. Der Klappentext verspricht klaustrophobischen Horror in einem Fantasy-Setting:

Es will deine Seele…
Seit Generationen suchen Abenteurer in der Nähe eines alten Dorfes nach einer verschütteten Tempelanlage und deren legendärem Schatz. Als zwei Jungen zufällig einen verborgenen Eingang entdecken und einer der beiden unter mysteriösen Umständen verschwindet, schließen sich dem Suchtrupp auch einige Schatzsucher an. Doch auf das, was in den finsteren Gängen der Ruine auf sie lauert, ist keiner von ihnen vorbereitet… 

Der Roman entführt wie Bennes frühere Bücher in die Welt von Nuareth, kann aber problemlos auch ohne deren Kenntnis gelesen werden.

Ich freue mich, Dir im Rahmen der Blogtour die beiden Hauptfiguren der Handlung vorstellen zu dürfen: Den Dorfjungen Ordo sowie die Gardistin Nilra.

Beginnen wir mit Äußerlichkeiten: Ordo stammt aus dem kleinen Dorf Brensacker, wo er mit seiner Mutter lebt. Sein Vater ist bereits früh verstorben. Das Leben von Mutter und Sohn ist geprägt von der harten Arbeit auf dem Feld und dem ständigen Kampf ums Überleben. Noch nie hat Ordo seine abgelegene Heimat verlassen, entsprechend unerfahren und naiv ist er.

Betreten sah er zu Boden. Wieder einmal wurde ihm vor Augen geführt, wie wenig er von der Welt wusste.

Über Nilras Herkunft erfahren wir zunächst wenig: Sie ist Mitglied der teridanischen Stadtgarde, wohin sie erst einige Wochen zuvor versetzt wurde. Sie ist weltoffener und erfahrener als Ordo.

Ordo ist fest in das Gefüge seines Heimatortes eingebunden. Hier hat jeder seinen Platz, sowohl im negativen als auch im positiven. Die Menschen in seinem Dorf sind ihm wichtig, hier achtet noch jeder auf den anderen und fühlt sich für das Wohlergehen seiner Nachbarn mitverantwortlich. Einerseits fügt sich Ordo in diese Gemeinschaft, auf der anderen Seite fühlt er aber auch die Enge und Perspektivlosigkeit seines Lebens. Insgeheim träumt er davon, das Dorf zu verlassen, ein großer Krieger zu sein und sich in Schlachten zu behaupten.

Über Nilras Familie erfahren wir zunächst nichts, doch auch sie ist Teil eines Gemeinschaft: Statt Verwandten und Freunden sind ihre Kameraden für sie die nächsten Bezugspersonen und genau wie Ordo niemals einen Dorfbewohner im Stich lassen würde, würde sie einen Kampfgefährten zurücklassen.

„Aber wir können Maseb doch nicht sich selbst überlassen“, widersprach Nilra. So schnell wollte sie ihren Kameraden nicht aufgeben.

Die Anerkennung durch ihre Kameraden und ihre Vorgesetzten ist Nilra sehr wichtig, weswegen sie ihrer Arbeit äußerst pflichtbewusst nachgeht, und sich nicht über die Strapazen beklagt, die ihr Dienst mit sich bringt. Anders als Ordo, der schnell unsicher ist und sich von Autoritäten einschüchtern lässt, ist sie sehr emanzipiert. Das zeigt sich nicht nur darin, dass sie als Frau bei der Stadtgarde ist. Der Leser lernt sie in einer Situation kennen, in der sie in einer Schenke einer Magd zu Hilfe eilt, die von den männlichen Gästen dort belästigt wird.

Da Harad immer noch keine Anstalten machte, die zappelnde Schankmaid freizulassen, trat sie vor und packte den Unterarm, mit dem er das Mädchen festhielt.

Dabei wendet sie sich sogar gegen ihre Kommandanten, der das Verhalten der Männer in Ordnung findet.

Wie bei allen Bewohnern seines Dorfes spielt die Religion eine große Rolle in Ordos Leben. Sie prägt das Leben und den Alltag der Menschen dort, die Götter sind allgegenwärtig. Sein Glaube hilft Ordo, wenn es ihm nicht gut geht, und hilft ihm, seinen Platz in der Gesellschaft einzunehmen.

Oft war Ordo in den Tempel gekommen, wenn ihn wieder einmal Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit überkamen, weil er an dieses abgelegene Tal gefesselt war.

Das Wort des Priors ist Gesetz, niemals würde Ordo sich gegen ihn wenden. Nilra hingegen ist nicht besonders götterfürchtig. Religion spielt in ihrem Leben kaum eine Rolle, obwohl sie den Weltenbau als gegeben akzeptiert. Im Gegensatz zu Ordo und den anderen Dörflern glaubt sie anfangs auch nicht an die Legende vom Dämonengrab.

Obwohl Ordo davon träumt, ein großer Krieger zu sein, ist er eigentlich nicht mutig, um nicht zu sagen, feige. Es gelingt ihm aber, seine Angst zu überwinden, entweder weil es darum geht, seinen Freunden beizustehen, oder aber weil er nicht hinter anderen zurückstecken will.

Dieser Ort erschien Ordo wie ein Grab und er fühlte sich zunehmend unwohl, doch Varjan hatte die Laterne und er wollte nicht als Feigling dastehen.

Die Ereignisse in der Höhle nehmen Ordo sehr mit, oft kämpft er mit Panik oder muss sich sogar übergeben. Als Gardistin hat Nilra natürlich schon öfter mit blutiger Gewalt zu tun gehabt, aber auch ihr ist Angst nicht fremd. Im Kampf erprobt, gelingt es ihr jedoch leichter, ihre Panik zu unterdrücken. Dabei lässt siesich oft von ihrer Vernunft und ihrem festen Willen, stets das richtige zu tun, leiten.

Soviel zu den beiden Hauptfiguren – eine spannende Konstellation, findest Du nicht auch? Gut gefallen hat mir, dass wir keinen stahlenden Helden haben, der die Maid in Not rettet, sondern eine starke weibliche Hauptfigur. Jörg Benne gelingt es, beide Figuren gleichermaßen sympathisch dazustellen. In gewisser Hinsicht sind die beiden Protagonisten Vertreter einer Welt im Wandel, in der traditionelle Inhalte auf moderne Aufklärung trifft. Wie sich das im Lauf der Geschichte entwickelt, musst du selbst herausfinden!

Vielen Dank an Jörg Benne, dass ich an dieser Blogtour teilnehmen durfte! Ich gebe zu, dass „Dämonengrab“ nicht unbedingt ein Titel ist, bei dem ich von mir aus zugegriffen hätte, aber ich wurde gut mit einem angenehmen Grusel unterhalten, der sich mir sehr bildhaft darstellte und an so manches Rollenspielabenteuer erinnerte.

Morgen geht es bei Martina in der Leserattenhöhle weiter. Bei ihr kannst Du mehr über die Legende vom Dämonengrab erfahren.

Keine Blogtour ohne Gewinnspiel!
Selbstverständlich gibt es auch etwas zu gewinnen – unter anderem die komplette, gedruckte Trilogie „Das Schicksal der Paladine“, auf Wunsch mit persönlicher Widmung. Dafür wurde in jedem Beitrag zur Tour ein Wort versteckt – in meinem Fall habe ich es rot und fett markiert. Alle Wörter zusammen ergeben die Gewinnfrage. Wie es genau geht, erklärt Jörg Benne hier auf seinem Blog.

Viel Spaß beim Knobeln und lesen!
Tanja

Hinweise zum Buch
„Das Dämonengrab“ ist derzeit als E-Book zum Einführungspreis von 1,99 Euro erhältlich, z.B. hier.
Das Taschenbuch erscheint im Januar 2018, wird ca. 14 Euro kosten und kann hier vorbestellt werden.
Eine Leseprobe findest Du hier.

Hinweis:
Ein Vorableseexemplar wurde mir kostenlos vom Verlag zur  Verfügung gestellt. Vielen Dank.

5 Gedanken zu “Jörg Benne: Dämonengrab – Protagonisten zwischen Tradition und Moderne (Blog-Tour)

  1. eine tolle vorstellung der beiden hauptfiguren ist und mir immer das liebste und wichtigste ist neben der Story,denn ohne die figuren kann auch ne story noch so gut sein wenn die figuren einfach nicht passen…
    LG Jenny

  2. Hallo Tanja,
    die Protagonisten hören sich wirklich spannend an. Ich hab im Moment so ein Bedürfnis, mal wieder eine starke weibliche Protagonistin zu haben. In den letzten Büchern fehlen die irgendwie, weiß auch nicht warum. Das Buch hört sich wirklich gut an!
    Liebe Grüße
    Daniela

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