Interview mit Michael Peinkofer zum Großen Turnier bei den Ritterspielen zu Kaltenberg

Die Kür zur „Show des Jahres“, namhafte Verstärkung des Kreativteams für die neue Arena-Show und zahlreiche neue Künstler – am 14. Juli startet das Kaltenberger Ritterturnier 2017 mit vielen Highlights und Überraschungen in die neue Saison. Auch in diesem Jahr ist die Arena-Show wieder das Herzstück des größten Mittelalterfestes der Welt. Für den Plot der Geschichte ist in diesem Jahr Michael Peinkofer, einer der erfolgreichsten deutschen Fantasy-Autoren, verantwortlich. Im Interview gibt er Einblicke in seine Arbeit an „Der letzte Ritter“.

Michael, nachdem Du 2015 mit „Ritterherz“ bereits den Plot für das Große Turnier in Kaltenberg geschrieben hast, kehrst Du 2017 in die Arena zurück. Wie kam diese Zusammenarbeit zustande?
Ich kenne Johannes Steck, der beim Kaltenberger Ritterturnier als voice actor fungiert und dabei sowohl den Erzähler gibt als auch in die verschiedenen Rollen schlüpft, schon eine ganze Weile, weil er die Hörbuchadaptionen meiner „Orks“- und „Zauberer“-Romane gemacht hatte. Es war seine Idee, dass meine Art zu schreiben und Geschichten zu erzählen gut zu Kaltenberg passen könnte – und Prinz Heinrich von Bayern, der Produzent des Ritterturniers, fand das wohl auch. So kam zusammen, was gut zusammenpasst. Schon 2015 hat es mir großen Spaß gemacht, das Skript für die Arenashow zu schreiben und Teil einer so großen und aufwendigen Produktion zu sein. Deshalb freue ich mich auch, in diesem Jahr wieder dabei zu sein.

Wie frei bist Du im Gestalten der Geschichte? Gibt es Vorgaben oder schreibst Du erst einmal „ins Blaue“?
Klar gibt es Vorgaben – schon durch die reale Physik. Anders als in meinen Romanen muss das, was ich mir ausdenke, ja live und in Echtzeit darstellbar sein. Ich kann zwar schreiben, dass die Pferde der Ritter abheben und in einer weiten Runde durch die Arena fliegen, aber sie werden das mit großer Wahrscheinlichkeit nicht tun … Die Darstellbarkeit in der Arena ist also ein wichtiger Aspekt beim Schreiben der Geschichte, das muss man im Kopf behalten. Was jedoch die Geschichte selbst betrifft und auch die Entwicklung der einzelnen Figuren, gibt es keine Vorgaben. Da bin ich zunächst ganz ungebunden und lasse die Fantasie erstmal fliegen. Dann kommt der reality check durch Regisseur, Produzent und Stunt Coordinator.

In Deinen zahlreichen Romanen gibt es genügend Kampf- und Schlachtszenen. Reicht das als Erfahrung aus, um solche Passagen auch für „echte“ Ritter zu schreiben?
Naja, wenn es an die konkrete Ausarbeitung der Kampfszenen und an deren Choreographie geht, kommen ja die professionellen Stuntleute zum Einsatz. Von daher ist das, was ich über mittelalterliche Kampftechniken weiß, durchaus ausreichend.

Kannst Du selbst reiten und fechten?
(lacht) Tatsächlich hatte ich früher mal – klassischen – Fechtunterricht. Für einen Auftritt in der Arena würde es sicher nicht reichen, aber es hilft schon beim Schreiben entsprechender Szenen. Und es ist auch wichtig, dass man mal eine Rüstung angehabt und diesen sehr speziellen Zustand eine Zeitlang genossen hat – erst dann kann man ermessen, was die Darsteller des Ritterturniers leisten. Die Show findet ja mitunter auch an heißen Sommertagen statt.

Bist Du bei den Proben dabei?
Nicht bei allen, aber ich werde auf jeden Fall vorbeischauen, auch für den Fall, dass nochmals aktuelle Änderungen an den Texten vorzunehmen sind. Außerdem macht es natürlich Freude zu sehen, wie eine Geschichte, die es zunächst nur in meinem Kopf gab, allmählich in der Realität Gestalt annimmt.

Wirst Du dieses Jahr bei der Aufführung vor Ort sein?
Na klar! Sich unter die Zuschauer zu mischen und die Reaktionen unmittelbar zu erleben, ist großartig. Das macht richtig Gänsehaut!

Gehst Du privat öfter auf Mittelaltermärkte oder ähnliche Veranstaltungen?
Aber ja! Für jemanden, der Fantasy- und historische Romane schreibt, gehört das ja fast zum Jobprofil. Mir ist auch gar nicht so wichtig, ob es dort historisch akkurat zugeht oder nicht – mir geht es eher um das Erlebnis selbst, das es einem ermöglicht, für ein paar Stunden in eine andere Welt einzutauchen.

Was gefällt Dir in Kaltenberg am besten?
Die Kombination aus Erlebnisraum und Livespektakel, die so wohl nirgendwo sonst zu finden ist. Als ich das erste Mal in Kaltenberg war, hat mich das echt umgehauen. Die Arenashow ist das Highlight des Tages, aber das Erlebnis beginnt schon lange vorher mit großem Markt und verschiedenen Reenactor- und Gaukler-Gruppen. Es ist wie ein großer bunter Zirkus, an jeder Ecke gibt es etwas zu hören und zu sehen und leckeres Zeug zu futtern … Als Höhepunkt folgt dann das Ritterturnier, und danach, wenn es dunkel ist, verwandelt sich das Gelände in eine Zauberwelt aus Fackel- und Kerzenschein – das hat schon was.


Bereits 2015 begeisterte Michael Peinkofer mit „Ritterherz“ das Kaltenberger Publikum. Unter Kennern gilt „Ritterherz“ nicht zuletzt wegen der inhaltlichen Tiefe und den liebevoll gezeichneten Charakteren als die bisher emotionalste Arena-Show in der Geschichte des Turniers. Der Plot der neuen Show „Der letzte Ritter“, die es erstmals auch als Hörspiel zu kaufen geben wird, dreht sich diesmal um einen kleinen Jungen, der nach einem traumatischen Erlebnis alles daran setzt, selbst ein Ritter zu werden. Auf diesem Weg gilt es jedoch zahlreiche Abenteuer zu bestehen, die den Helden herausfordern und formen. Über eine Zeitspanne von 15 Jahren begleitet das Publikum den Protagonisten und erlebt, wie aus dem Jungen ein Mann wird, der am Ende mit Mut, Kraft und Herz nicht nur für seinen großen Traum, sondern auch für seine Liebe kämpfen muss.
Inszeniert wird die ebenso spannungsgeladene wie berührende Geschichte von Regisseur Alexander May, der demnächst als leitender Theatermacher nach Trier wechselt und vielfältige Erfahrung aus dem Musiktheater, dem Musical und der Schauspielregie mitbringt und Fantasy-Fans bereits durch die Inszenierung des Fantasy-Epos „Die Zwerge“ ein Begriff ist. In der genialen Architektur der Kaltenberger Arena werden aus dem Zusammenspiel der mehr als 200 Darsteller  monumentale Bilder entstehen, die beim Publikum lange haften bleiben. Einmalig wird das Turniererlebnis durch den atemberaubenden Auftritt der Pferde. Wie eine Urgewalt erlebt man die aufwändig inszenierten Stunts und das spektakuläre Trickriding der Stuntgruppe Cavalcade. Ihr steht Europas führender Pferdestunt-Trainer Mario Luraschi vor, dessen
Tiere bereits in zahlreichen Hollywoodproduktionen und in Shows auf der ganzen Welt zu sehen waren. Die waghalsige Live-Action der Cascadeure wird begleitet von szenisch komponierter Musik, einer prächtigen Kostümierung sowie aufwändigen Licht- und Pyroeffekten. 

Mehr Infos und Tickets unter www.ritterturnier.de
(c)Pressetext und Bilder: Ritterturnier Kaltenberg Veranstaltungs-GmbH13

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