7 Fragen an … Markus Heitz

Markus Heitz (c) Martin Höhne

1) Was war der skurrilste Ort, an dem Du je eine Lesung gehalten hast?
Na na, „skurril“… auf wundersame Weise sonderbar finde ich die Orte nicht: ein alter Brauereikeller, verschiedene Bühnen mit Bands zusammen, diverse Aussegnungshallen, verschiedene Friedhöfe, Clubs, Schlossruinen, ein Hangar, ein Busbahnhof, der Hörsaal der forensischen Medizin, Burgen, Höhlen, eine Justizvollzugsanstalt (bin also der Johnny Cash der Fantasy, höhö), eine Kiesgrube, eine Jahrestagung von Bestattern …nein, das sind alles ganz wundervolle Orte. Das waren eher Glanzlichter.
Ich glaube, skurril wäre für mich … ja, was eigentlich? Ich glaube, ich habe nichts gegen skurril.
Ich habe eher was gegen 08/15, also wenn ich merke, dass der Veranstalter sich nicht wirklich Mühe gegeben hat. Das ist was anderes, wenn er keine Möglichkeiten hat, doch gelegentlich merke ich schon beim Reinkommen: „Aha. Keine Zeit oder keine Lust gehabt, bisschen mehr draus zu machen.“ Dabei finden LeserInnen gerade das doch spannend, wenn die Veranstaltung aus dem Rahmen des Üblichen herausfällt, was er kennt. Braucht meistens gar nicht viel, um einen Wow-Effekt zu erzeugen. Das ist natürlich auch ein Alleinstellungsmerkmal, gerade auch der BuchhändlerInnen gegenüber den Netzgiganten. Das sind aber die Ausnahmen, wirkt aber dafür im schlechten Sinn skurril.

2) Welches Buch hast Du als letztes verschenkt?
Otfried Preussler, „Der Kleine Wassermann“*. Überraschung, was?!  🙂

3) Hast Du es selbst eingepackt?
Aber selbstverständlich! Mit schwarz-weiß-gemustertem Papier, dazu ein Anhängeschildchen in altem Look.

4) Schreibst Du täglich?
Ich glaube, die Frage müsste bei mir heißen: „Schreibst Du stündlich?“… 🙂
Tatsächlich schreibe ich täglich, es gibt eben immer was zu tun. Buchprojekte, andere Projekte. Anders gesagt: Wenn mir langweilig wäre, trüge ich selbst die Schuld.

5) Wenn Du einen historischen Roman schreiben müsstest, welche Epoche würdest Du Dir dafür aussuchen (und warum)?
Mh. So gehe ich nicht an Romane heran. Mich muss ein Thema packen, die Idee, die ich habe, die mir in den Sinn kommt, die aus welchen Gründen auch immer in meinem Kreativzentrum auftaucht. Dementsprechend würde ich mich nicht auf eine Zeit festlegen, dort unbedingt etwas schreiben zu wollen. In der Antike liegen gewiss ebenso viele Ansätze begraben (haha) wie im Mittelalter, der Frühen Neuzeit und und und.
Entscheidend, das sei nochmals betont, ist für mich die Idee.
Daher würde ich meine alten Unterlagen aus dem Geschichtsstudium rauskramen, sie einmal durchblättern und lauschen, ob sich was in mir regt. Tut es das nicht, suchte ich die Herausforderung absichtlich in den Zeitabschnitten, die ich im Studium ausklammerte.
Gerade arbeite ich an einem Projekt für das Jahr 2018, bei dem ich auf ein historisches Konzept zurückgreife, das ich im Jahr 2000 einem Verlag angeboten hatte. Das verlief im Sande. Aus Zeitgründen bei mir, weil damals Ulldart und DIE ZWERGE am Entstehen waren und der Verlag sich ob des Inhalts etwas zurückhielt. Aber ich sag’s mal so: Damals war DIESER historische Content ein Novum. Inzwischen machen es einige andere. Tja. So läuft es eben. Hätte, hätte, Kardanwelle.
Aber so kam’s zu den ZWERGEN, und ich werde mich gewiss nicht darüber beschweren! 😀

6) Wann hast Du Dich selbst zum ersten Mal als „Autor“ bezeichnet?
Als Journalist hat man das Glück, ein bisschen als Autor zu gelten, aber spätestens mit dem Sechs-Bände-Vertrag über Ulldart im Jahr 2000 war es dann soweit.

7) Magst Du uns einen Satz aus Deinem aktuellen Projekt verraten?
Klar – es ist geheim. Sorry. 😀

Vielen Dank!

Markus Heitz, geboren 1971, studierte Germanistik und Geschichte und lebt als freier Autor im Saarland. Er schrieb über 40 Romane und wurde etliche Male ausgezeichnet,, u.a. zehnmal mit dem Deutschen Phantastik Preis. Mit der Bestsellerserie um „Die Zwerge“ gelang dem Saarländer der nationale und internationale Durchbruch.
Mehr zum Autor auf seiner Website und bei Facebook

 

* im Beitrag erwähnte Bücher:
Ottfried Preußler: Der kleine Wassermann. Thienemann-Esslinger, gebunden – 128 Seiten. ISBN: 3522106202, Preis: 11,99 Euro
Markus Heitz: Ulldart. Die komplette Saga 1. Piper Verlag GmbH, kartoniert – 1416 Seiten. ISBN: 3492281311, Preis: 20,00 Euro
Markus Heitz: Die Zwerge (Bd. 1). Piper Verlag GmbH, kartoniert – 640 Seiten. ISBN: 349228101X, Preis: 10,00 Euro


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