7 Fragen an … Daniel Illger

Daniel Illger. Das Foto wurde uns freundlicherweise vom Autor zur Verfügung gestellt.

1) Was war der skurrilste Ort, an dem Du je eine Lesung gehalten hast?
Bislang haben meine Lesungen meist ganz unskurril in Buchhandlungen stattgefunden. Einmal durfte ich in einer Art privatem Literatursalon in Zürich auftreten, was sehr schön war. Sollte sich je die Gelegenheit ergeben, auf einem windumtosten Berggipfel, in einem dunklen Wald oder in einer kuscheligen Gruft zu lesen, bin ich aber sofort dabei.

2) Welches Buch hast Du als letztes verschenkt?
„It“ von Stephen King*.

3) Hast Du es selbst eingepackt?
Nein. Ehrlich gesagt war es überhaupt nicht eingepackt. Immerhin habe ich daran gedacht, den Preisaufkleber abzumachen.
Wenn man Comics hinzunimmt, war das letzte Buch, das ich verschenkt habe, allerdings Alan Moores „Providence“*. Das war sogar eingepackt. (Aber nicht von mir.)

4) Schreibst Du täglich?
In intensiven Arbeitsphasen schreibe ich in der Tat fast jeden Tag. Meistens zwischen fünf und sechs Stunden. Aber auch, wenn ich nicht schreibe, denke ich ständig über die Geschichte nach, mit der ich gerade beschäftigt bin. Die Figuren werden im Laufe der Zeit zu so engen Begleitern, dass sie mir wirklicher vorkommen als die meisten Menschen.

5) Wenn Du einen historischen Roman schreiben müsstest, welche Epoche würdest Du Dir dafür aussuchen (und warum)?
Wahrscheinlich die Epoche der Bauernkriege zwischen 1524 und 1526. Warum? Es waren große Kämpfe für mehr Gerechtigkeit, die überaus grausam verliefen und auch mit aller Grausamkeit niedergeschlagen wurden. Es gab in ihnen Helden und Schurken, tragische und lächerliche Gestalten – und dass diese Kämpfe obendrein durch die Reformation inspiriert waren (zu Luthers Leidwesen) und die Aufständischen so etwas wie eine Idee von Menschenrechten formulierten, macht die Sache besonders spannend.
Für mich ist es natürlich auch sehr reizvoll, dass es nicht viele Romane gibt, die sich der Bauernkriege annehmen. Allerdings würden sich bei mir wohl doch phantastische Elemente einschleichen. Ein paar Hexen und Gespenster und vielleicht den ein oder anderen Dämon bräuchte es schon.

6) Wann hast Du Dich selbst zum ersten Mal als „Autor“ bezeichnet?
Vor anderen Leuten? Vermutlich, als ich mit zum ersten Mal betrunken war.

7) Magst Du uns einen Satz aus Deinem aktuellen Projekt verraten?
„In jener Nacht brannten die Sterne.“
Hierbei handelt es sich übrigens um den ersten Satz.

Vielen Dank!

Daniel Illger, geboren 1977, hat als Film- und Literaturwissenschaftler an der Freien Universität Berlin gearbeitet. Sein Debütroman, der erste Band der Skargat-Trilogie, wurde mit dem SERAPH 2016 ausgezeichnet. Er lebt in Berlin und Zürich.
Mehr zum Autor auf seiner Website.

 

* im Beitrag erwähnte Bücher:
Stephen King: It. Hodder And Stoughton Ltd., Mai 2011 – kartoniert – 1376 Seiten. ISBN: 1444707868. Preis: 8,49 Euro
Alan Moore: Providence 01. Panini Verlags GmbH, Dezember 2015 – kartoniert – 144 Seiten. ISBN: 3957985714. Preis: 19,99 Euro

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