Berufe in der Buchbranche: Anke Koopmann, Cover-Designerin und Inhaberin von Designomicon

Anke Koopmann by (c) Elm Haßfurth. Das Foto wurde uns freundlicherweise vom Autor zur Verfügung gestellt.

1) Wie bist Du Cover-Designerin geworden?
Ich wollte schon immer in die kreative Richtung gehen. Deswegen habe ich auch den Kunst LK belegt und war im Münchner Comicverein „Comicaze“. Nach meinem Abitur habe ich mich zuerst mit meinen Werken aus dem Kunst LK bei einer FH für Kommunikationsdesign beworben, bin aber nicht genommen worden. Wie ich später gelernt habe, hat man ohne Mappenvorbereitungskurs aber eigentlich auch keine Chance. Die Zeit bis zur nächsten Bewerbungsrunde wollte ich mit einem Praktikum überbrücken und bin bei einer Agentur gelandet, die als Schwerpunkt Buchcovergestaltung hatte. Im Anschluss daran wurde mir eine Ausbildungsstelle als Mediengestalterin angeboten. Seitdem bin ich den Buchcovern treu geblieben.

2) Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus (falls es einen solchen überhaupt gibt)?
Einen typischen Arbeitstag gibt es eigentlich nicht, genau das finde ich so spannend. Natürlich gibt es jeden Tag ähnliche Abläufe aber ich gestalte ja nicht nur Cover sondern auch Innenseiten, Plakate, Buchdisplays und alles, was noch so zum Buch gehört. Deswegen gibt es jeden Tag etwas Anderes zu tun.

3) Was gefällt Dir am besten an Deinem Beruf?
Für mich ist es immer wieder eine Herausforderung aus einem leeren – mittlerweile digitalen – Blatt anhand weniger Vorgaben etwas komplett Neues zu erschaffen. Das hat mich im Kunstunterricht schon fasziniert. Außerdem gibt es einfach so viele Dinge, die gestaltet werden wollen – gedruckt oder digital – da wird mir nie langweilig.

4) Welche Eigenschaften sollte man Deiner Meinung als Cover-Designer mitbringen?
Die wichtigste Voraussetzung ist meiner Meinung nach ein gutes Auge für Proportionen, Farben, Aufteilungen und ein gutes Gedächtnis für Schriften. Das trifft allerdings auf fast jeden Beruf in der Kreativbranche zu. Beim Coverdesign hilft es natürlich enorm, Bücher zu mögen und auch (gelegentlich) zu lesen. So kann man dann die Genres und Themen meiner Meinung nach besser verstehen und weiß, was das Cover inhaltlich transportieren soll. Das meiste davon steht natürlich auch im Briefing, aber man hat einfach ein besseres Gefühl dafür und kann das gut in die Gestaltung miteinfließen lassen.

5) Gibt es in Deiner beruflichen Vergangenheit ein besonders schönes Erlebnis, dass Du mit unseren Lesern teilen willst?
Ich bekomme oft positives Feedback von Verlagen, Autoren und Lesern, worüber ich mich immer sehr freue! Einer der schönsten Kommentare kam von Neil Gaiman: Er postete das Cover zu Der Ozean am Ende der Straße*, das ich für Eichborn gestaltet hatte, mit den Worten: „I just noticed that The Ocean at the End oft he Lane was published in Germany a couple of days ago. I really love the cover (and I haven’t said that about an original German cover before).
(„Ich habe gerade gemerkt, dass Der Ozean am Ende der Straße vor ein paar Tagen in Deutschland erschienen ist. Ich liebe das Cover wirklich (und so etwas habe ich bisher noch nie über eines meiner deutschen Cover gesagt).“)
So ein tolles Lob ist schon etwas ganz Besonderes.

 

Vielen Dank!

Mehr zu Anke Koopmann unter www.designomicon.de

* im Beitrag erwähnte Bücher:
Neil Gaiman: Der Ozean am Ende der Straße. Eichborn – gebunden – 238 Seiten. ISBN: 3847905791. Preis: 18,00 Euro

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