7 Fragen an … Tom Finn

Tom Finn. Das Foto wurde uns freundlicherweise vom Autor zur Verfügung gestellt.

1) Was war der skurrilste Ort, an dem Du je eine Lesung gehalten hast?
Skurril ist vielleicht nicht ganz der passende Begriff, aber zumindest war die Location beeindruckend: 2004 im Hamburger Völkermuseum. Ich war umgeben von einer Ausstellung alter Naturvölker, darunter bizarre Masken, Speere, Einbäume, Kleidungsstücke und vieles andere mehr. Die Lesung ist mir bis heute gut im Gedächtnis haften geblieben.

2) Welches Buch hast Du als letztes verschenkt?
Ha ha – eins meiner eigenen Bücher: meinen Horrorthriller Dark Wood!*

3) Hast Du es selbst eingepackt?
Ich bin da vermutlich typisch Mann. Verpackungen werden doch eh bloß aufgerissen … Aber der Roman war natürlich mit handgeschriebener Widmung versehen 🙂

4) Schreibst Du täglich?
Wenn ich einen Romanauftrag habe, ja. Und dann drei bis vier Monate lang in einem durch, bis der Roman fertig ist. Ansonsten: Gott bewahre! Die Monate, da ich schreibe sind schon anstrengend genug 🙂

5) Wenn Du einen historischen Roman schreiben müsstest, welche Epoche würdest Du Dir dafür aussuchen (und warum)?
Bislang habe ich erst einen historischen (Zeitreise-)Roman geschrieben, nämlich „Der Funke des Chronos“, und der spielte in der Hamburger Biedermeierzeit zur Zeit des Großen Brandes von 1842. Die Recherchen waren wirklich sehr sehr aufwändig und das muss ich wirklich nicht immer haben 🙂 Letztlich gibt es wenig Epochen, die ich anderen gegenüber bevorzuge, denn sie alle haben ihre Reize. Ich würde das immer rein von einer konkreten Stoffidee abhängig machen. Aber wenn ich schon gefragt werde: vermutlich wär das das antike Ägypten. Dazu habe ich auch schon einiges an Material zusammengetragen.

6) Wann hast Du Dich selbst zum ersten Mal als „Autor“ bezeichnet?
Ups, eine schwierige Frage. Ich denke spätestens, als ich diesen Beruf ernsthaft ergriffen hatte und auch erstmals Steuern für meine Arbeiten entrichten musste. Die Zeit bis dahin habe ich mich stets als ‚Autor von XY’ bezeichnet, denn mir lag es fern, mich mit einer Berufsbezeichnung zu schmücken, die von manchen gern wie ein buntes Aushängeschild vor sich hergetragen wird. Noch schlimmer ist es mit der Bezeichnung ‚Schriftsteller’. Das hat erst recht so etwas künstlerisch Verbrämtes – und das, da ich doch davon überzeugt bin, dass Schreiben – neben reichlich Phantasie – vor allem mal ein Handwerk darstellt.

7) Magst Du uns einen Satz aus Deinem aktuellen Projekt verraten?
Nun denn:
Der Alte schob ihm grob ein Beißholz zwischen die Zähne, das er mit einem Stoffstreifen um den Hinterkopf fixierte. »Sei tapfer, Junge. Wenn du Glück hast, wirst du gleich bewusstlos.«

Vielen Dank!

Thomas Finn wurde 1967 in Chicago geboren, wuchs in Deutschland auf und lebt heute in Hamburg. Der ausgebildete Werbekaufmann und Diplom-Volkswirt ist preisgekrönter Spiele- und Romanautor und hat einige Jahre als Lektor und Dramaturg in einem Drehbuchverlag sowie als Chefredakteur des führenden deutschen Phantastik-Magazins »Nautilus« gearbeitet. Während seines Studiums arbeitete er als Redakteur und freier Mitarbeiter für zahlreiche Magazine des phantastischen Genres. Im Spielebereich stammen zahlreiche Abenteuer-Publikationen aus seiner Feder, darunter viele Titel der beliebten deutschen Fantasy-Rollenspielreihen »Das Schwarze Auge«, »H.P. Lovecrafts Cthulhu« sowie jüngst auch für »Splittermond«. Mit seinem Roman »Das unendliche Licht« gewann er 2007 den Literaturpreis »Segeberger Feder«, 2017 war er für den SERAPH nominiert. Hauptberuflich arbeitet Tom Finn heute als Roman-, Spiele-, Theater- und Drehbuchautor; dabei entstanden und entstehen Produktionen für ARD, Sat1 und NDR, Aufführungen für das Alte Schauspielhaus Stuttgart, das Theater Baden-Baden und die Festspiele in Breisach, sowie Publikationen bei Piper, Heyne, Ravensburger, Droemer Knaur und Lyx.
Mehr zum Autor auf seiner Website und bei Facebook.

 

* im Beitrag erwähnte Bücher:
Tom Finn: Dark Wood. Droemer Knaur, August 2016 – kartoniert – 462 Seiten. ISBN: 3426518740. Preis: 9,99 Euro

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