7 Fragen an … Mike Krzywik-Groß

Das Foto wurde mir freundlicherweise vom Autor zur Verfügung gestellt.

1) Was war der skurrilste Ort, an dem Du je eine Lesung gehalten hast?
In einem Käfig. Nun bin ich zwar alles andere als gefährlich, doch die Veranstaltung fand im Hamburger Dungeon statt, einem Ort, wo grusliger Atmosphäre groß geschrieben wird. Dort fand man es lustig, die anwesenden Autoren in ein Gatter zu sperren. Gefährlich war dabei allenfalls die Kerze, die bedrohlich nah an meinem Hosenbein brannte.
Meine erste Lesung fand übrigens ebenfalls in Hamburger – im Gängeviertel – bei der Veranstaltungsreihe „Lesen gegen Atomstrom“ statt. Es war ein recht spezielles Gefühl den anwesenden Autonomen, Künstlern und Punks von aventurischen Hochelfen zu berichten. Zur besseren Verständigung hielt ich regelmäßig Schilder hoch, wo „Orks = Nazis“ und „Dämon = Wasserwerfer“ drauf stand. Das klappte besser als gedacht.

2) Welches Buch hast Du als letztes verschenkt?
Einen meiner ältesten Freunde und mich verbindet die Leidenschaft für die Welt von Shadowrun. Ihm habe ich vor ein paar Tagen einen der neuen Romane zugeschickt. Klammheimlich hoffe ich ja, das er mal wieder eine Rollenspielrunde anbietet, aber ich befürchte, dass er meinen sinisteren Plan umgehend durchschaut hat.

3) Hast Du es selbst eingepackt?
Öchm … ja … selbst in einen Umschlag getan … und zur Post gebracht … Ich habe noch einen Aufkleber beigelegt … Wie war das mit der nächsten Frage?

4) Schreibst Du täglich?
Leider nicht immer, aber ich versuche die Schlagzahl möglichst hoch zu halten. Mein Leben bietet dann doch zu viele unterschiedliche Herausforderungen, die mich von der Arbeit abhalten. Allerdings bin ich jeden Tag mit dem Zusammenspinnen von Geschichten beschäftigt, plane die nächste Szene und solche Dinge. Wenn es dann wieder an die Schreibmaschine geht, bahnt sich die angestaute Kreativität Bahnen.

5) Wenn Du einen historischen Roman schreiben müsstest, welche Epoche würdest Du Dir dafür aussuchen (und warum)?
Ich würde den Anfang des 20. Jahrhunderts wählen. Anarchisten, Gewerkschaften und große soziale Umbrüche, dass fände ich spannend. Eine Zeit, in der gesellschaftliche Normen neu verhandelt oder mit einem Revolver erstritten wurden. Frauenwahlrecht, Kapitalismus, vieles, was uns heute normal erscheint, war damals noch nicht alternativlos. Das ist eine großartige Bühne für spannende Geschichten. Ein Schmelztiegel wie die Münchner Räterepublik oder Danzig in den 1920ern, das wäre perfekt.

6) Wann hast Du Dich selbst zum ersten Mal als „Autor“ bezeichnet?
Ganz zaghaft im Jahr 2011, als mein erster Roman „Riva Mortis“ in die Buchhandlungen kam. Wobei ich einräumen muss, dass mich zuerst Freunde so betitelten, bis ich verstand, dass auch ich diese Berufsbezeichnung verwenden durfte. Es bestand schließlich die Gefahr, dass die Schriftstellerpolizei vorbeikommen und mich verhaften würde! Mittlerweile geht mir der Titel etwas besser von den Lippen, ich bin Mitglied im Phantastik Autoren Netzwerk, die würden mich wohl nicht nehmen, wenn ich keine Berechtigung hätte, oder? 🙂

7) Magst Du uns einen Satz aus Deinem aktuellen Projekt verraten?
„Die Wirklichkeit schraubte sich mit der Zurückhaltung eines Bolzenschussgerätes in sein Bewusstsein.“

Vielen Dank!

Mike Krzywik-Groß wurde 1976 im verregneten Harz zwischen finsteren Tannen und majestätischen Bergen geboren. Bereits in jungen Jahren begann sein Herz für die Phantastik im Allgemeinen und dem Fantasy-Rollenspiel im Besonderen zu schlagen. Seit Michael Endes „Die Unendliche Geschichte“ schafft er es selten, ein gutes Fantasybuch aus der Hand zu legen. Mike Krzywik-Groß lebt unter zauberhaften Giebeln und inmitten finsteren Gassen gemeinsam mit seiner Frau in der Hansestadt Lüneburg.
Mehr zum Autor auf seiner Website.  

* im Beitrag erwähnte Bücher:
Mike Krzywik-Groß: Riva Mortis. DSA 130. Fantasy Productions, kartoniert – 312 Seiten. ISBN: 3890641296, Preis: 10,00 Euro


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