Wie Du es endlich schaffst, Dein Buch zu schreiben

Ich war ja in den letzten Jahren viel in der Buchszene unterwegs bzw. habe Bücher zu Conventions und anderen Events gebracht. Leipzig, RPC, Ring*Con, FARK … Was mich daran immer begeistert hat, war der Kontakt zu den Lesern. Mich über Bücher zu unterhalten, macht unglaublich viel Spaß. Nun ist es in der Phantastik-Szene aber so, dass es kaum einen Leser zu geben scheint, der nicht auch Autor ist. Oder sein möchte. Deshalb verging eigentlich kein Messetag, an dem jemand mir verriet, dass er auch schreibe. Eigentlich wäre der Roman sogar schon fertig. Leider nur im Kopf. Er oder sie wolle wirklich, wirklich, wirklich ein Buch veröffentlichen. Aber irgendwie läge das angefangene Manuskript schon seit Jahren in der Schublade und würde einfach nicht fertig.

Kommt Dir bekannt vor? Dann ist dieser Blog-Artikel für Dich! Aus meiner eigenen Erfahrung, aus der Kommunikation mit anderen Autoren und einiger Recherche habe ich hier für Dich eine Liste zusammengestellt, die Dir helfen wird, endlich Dein Buch zu schreiben.

Du willst schreiben: Dann schreib!
Du willst abnehmen? Zieh Deine Laufschuhe an und geh raus!
Du willst ein Instrument lernen? Melde Dich in einer Musikschule an!
Du willst ein Buch schreiben? Dann schreib!
Es gibt keinen anderen Weg. Wenn Du etwas veröffentlichen willst, dann muss Du etwas dafür tun.  Es wird Dir niemand etwas schenken und kein fertiges Manuskript wird Dir in den Schoss fallen. Wenn Du nicht bereit bist, Arbeit und ein paar Unannehmlichkeiten für die Erfüllung Deines Traums in Kauf zu nehmen, dann ist es einfach nicht das, was Du wirklich willst. Das ist völlig okay, aber dann höre auf, Dir etwas vorzumachen (und andere vollzujammern).

Keine Angst vor der eigenen Courage!
Du kannst nicht schreiben? Dein Manuskript kann man höchstens als Schmierpapier verwenden? Du wirst nie im Leben so gut wie Sebastian Fitzek, Rebecca Gablé oder wer immer Dein Vorbild ist? Das weißt Du nicht – und diese Selbstzweifel haben alle irgendwann. Lass Dich davon nicht aus dem Konzept bringen. Du wirst im Lauf der Zeit viel lernen und Dich verbessern. Aber dafür musst Du anfangen!

Weniger denken, mehr schreiben!
Du sitzt seit einer halben Stunde an einer Formulierung? Du haderst, ob es an einer bestimmten Stelle „hinauf“ oder „herauf“ heißen muss? Und Dir will einfach kein Name für den Hund Deiner Protagonistin einfallen? Lass es sein! Halte Dich nicht auf. Wenn Du schreibst, schreibe. Später hast Du noch genügend Zeit, um alles zu überarbeiten. Jetzt stören Korrekturen Dich nur in Deinem Flow.

Eat the frog first!
Du hast in Deine Alltag viel um die Ohren und weißt manchmal nicht, wann Du all die Punkte auf Deiner to-do-Liste erledigen sollst? Dann lerne Prioritäten zu setzen! Warte nicht auf das freie Wochenende, den Urlaub, den Ruhestand, um endlich an Deinem Buch weiterzuarbeiten. Plane das Schreiben fest in Deinen Tagesablauf ein – vorzugsweise direkt an den Anfang, bevor Du irgendetwas anderes tust. Wenn das nicht möglich ist, z.B. weil Du morgens erst Dein Kind versorgen musst, einen 9-to-5-Job hast oder generell ein Nachtmensch bist: Schaffe Dir eine eigene Routine. Du kannst jeden Tag in Deiner Mittagspause schreiben (geh nicht erst noch schnell einkaufen). Du kannst jeden Freitag schreiben, wenn Deine Kinder im Fußballtraining sind (putze nicht erst das Bad). Finde heraus, was bei Dir möglich ist. Vielleicht ist das Zeitfenster klein, aber jedes Buch besteht aus vielen kleinen Wörtern.

Plane Deinen Plot!
Jeder Autor hat seine eigene Herangehensweise und es gibt viele Argumente pro und contra das Erstellen eines detaillierten Plots. Wenn Du aber gar nicht weißt, wie es in Deiner Geschichte gerade weitergehen soll, vergeudest Du wertvolle Zeit, in der Du auf den leeren Bildschirm starrst und nicht weißt, was Du tun sollst. Erstelle zumindest ein grobes Gerüst für die Handlung Deines Buches. Keine Angst: Es ist nicht in Stein gemeißelt und Du kannst es jederzeit über den Haufen werfen. Stimme Dich außerdem mental schon aufs Schreiben ein, bevor Du anfängst, z.B. in dem Du auf der Heimfahrt vom Büro in Gedanken die nächste Szene durchgehst.

Hunger kommt beim Essen!
Picasso soll gesagt haben: „Inspiration exists, but it has to find you working.“ Abgesehen davon, warum der spanische Maler das ausgerechnet auf englisch von sich gegeben haben soll, ist der Tipp Gold wert. In der nächsten Szene Deines Romans soll die Protagonistin jemanden kennenlernen, aber Du weißt noch nicht, wie? Schreib einfach drauf los! Lass sie durch einen Park wandern oder zum shoppen gehen, führe sie eine verborgene Treppe im Burgturm herunter oder verfolge sie zum Bahnhof  – und wundere Dich, was Dir auf einmal alles einfällt! (Vergiss nicht, Deine Figuren wieder einzufangen, wenn Du fertig bist!)

Teile Dir Etappen ein
Du hast gerade erst angefangen und fühlst Dich von der vor Dir liegenden Aufgabe erschlagen? Keine Sorge – niemand schreibt 90.000 Wörter an einem Tag. Stecke Dein Ziel fest und teile es in Etappen ein. Vielleicht besteht Dein geplantes Buch aus 15 Kapiteln à 25 Seiten. 25 Seiten klingt schon nicht mehr so bedrohlich, oder? Vielleicht möchtest Du das Buch innerhalb eines Jahres beenden. Dann musst Du jeden Monat knapp 30 Seiten schreiben, also eine Seite pro Tag. Eine Seite klingt machbar, oder?
Du kannst Dir vornehmen, jeden Tag eine Seite zu schreiben. Oder 500 Wörter. Oder Du stellt Dir einen Wecker und tippst ohne Unterbrechung eine halbe Stunde lang. Wichtig ist, dass Du Dir Ziele setzt, die auch für Dich machbar sind.

Mache Deinen Traum sichtbar!
Um Dich dauerhaft zu motivieren, brauchst Du ein klar definiertes Ziel, das mit möglichst vielen positiven Emotionen unterfüttert sein sollte. „Bis zum Ende des Jahres schreibe ich mein Manuskript fertig“ klingt für Dein Unterbewusstsein wenig sexy. Überlege Dir deshalb genau, was Dein Ziel für Dich bedeutet. Stelle Dir vor, wie Du das Wort „Ende“ unter den Text setzt, oder wie Du Deinen Verlagsvertrag unterschreibst. Wie wird das Cover Deines Buches aussehen und wo wirst Du Deine erste Lesung halten? Was wirst Du dabei anziehen? Male Dir alles so detailliert wie möglich aus.

Halte Deine Fortschritte fest!
Nichts ist so motivierend als zu sehen, wie etwas wächst. Nicht nur Hobbygärtner wissen das. Halte deswegen Deine Fortschritte unbedingt fest. Notiere Sie Dir im Kalender oder pinne Dir ein Diagramm an die Wand neben Deinem Schreibtisch, in dem Du jeden Tag einträgst, wie viel Du geschrieben hast. Nimm Dir zwei schöne Glasvasen, fülle eine mit Murmeln und lege jedes Mal, wenn Du geschrieben hast, eine Murmel aus der einen in die andere. Bau ein Türmchen aus Cent-Stücken, in dem Du für jede geschriebene Seite eine Münze darauf stapelst. Mach Deine Fortschritte sichtbar! Ein schöner Nebeneffekt: Hast Du die erste Zeit überbrückt und eine Routine geschaffen, fällt es Dir jeden Tag leichter, sie einzuhalten. Wäre doch schade, heute kein Blümchen in den Kalender zu malen, oder?

Wenn Du direkt anfangen willst, Deine Fortschritte festzuhalten, dann melde Dich doch hier im Camp NaNoWriMo an. Oder brauchst Du persönlichere Unterstützung, um am Ball zu bleiben? Dann schau Dir doch mal mein Coaching-Programm an.

Hast Du noch einen weiteren Tipp? Wie motivierst Du Dich, um am Ball zu bleiben?

Hab einen schönen Tag!
Tanja

 

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