Wie ein simples Stück Papier Dich in der Buchbranche voran bringen kann

Klar, in der Buchbranche ist Papier – auch im Zeitalter von E-Books – unser liebster Rohstoff. Am besten bedruckt, gebunden und mit dem eigenen Namen, Verlagslogo oder der eigenen Illustration auf dem Cover.

Doch auch abgesehen davon, ist Papier ein wichtiges Trägermaterial, um Dich – egal ob als Autor, Verleger oder Buchblogger – in der Szene voran zu bringen. Und ein Medium wird dabei in der Regel gern unterschätzt.

Von was ich rede?
Von gut durchdachten Verträgen? Perfekt ausgearbeiteten Pitchs? Oder sogar von Geldscheinen zur Bestechung des Literaturagenten?

Nein!

Die Rede ist von Visitenkarten!

Was? Diese langweiligen Papierkärtchen, die noch langweiligere Business-Leute aus ihren Anzügen ziehen, um sich wichtig zu machen?

Genau die! Brauchst Du nicht, meinst Du? Dann lies mal weiter, vielleicht kann ich Dich vom Gegenteil überzeugen.

Diese Vorteile passen auf 85 x 55 mm:

1) Du bleibst bei Deinem Gesprächspartner in (guter) Erinnerung
Stell Dir vor, Du bist auf einer Messe. Du unterhältst Dich gerade mit einem Bekannten, da kommt eine dritte Person hinzu. Ehe Du Dich versiehst, seid Ihr in ein gutes Gespräch vertieft und Euch kommen bereits erste Ideen für gemeinsame Projekte. Was tust Du? Du könntest Dein Handy zücken, Dein Gegenüber um seine Telefonnummer bitten, diese speichern und dann kurz anklingeln lassen, damit der andere auch Deine Nummer hat.
Ganz schön umständlich, oder?
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Dein Gesprächspartner die Nummer nicht gleich speichert und am nächsten Tag nicht mehr weiß, zu wem sie gehört? Und wie wahrscheinlich ist es, dass er einige Tage nach der Messe seinen kompletten Speicher durchklickt und über Deinen Kontakt stolpert?
Eher vorstellbar ist doch, dass Deinem Gesprächspartner beim Nachbereiten der Veranstaltung (oder wenn er einfach nur seine Tasche auspackt) Deine (hoffentlich gut gemachte!) Visitenkarte in die Hände fällt und er Deinen Kontakt in sein Adressbuch überträgt oder Dir sogar direkt eine kurze Nachricht schickt.
Außerdem kann es nicht nur beim Business-Speed-Dating, sondern auch auf gewöhnlichen Veranstaltungen, auf der Geburtstagsfeier Deiner Nachbarin oder beim Gassigehen mit Deinem Hund passieren, dass Du eine interessante Begegnung zwischen Tür und Angel hast. Verlass Dich bloß nicht darauf, dass Ihr Euch „auf Facebook findet“. Die Socials Medias sind groß – und das Kurzzeitgedächtnis klein. Gerade im Messetrubel gehen oft wichtige Infos verloren, weil man sich einfach nicht mehr erinnern kann (oder die genau Schreibweise eines Namens fehlt). Deshalb auch mein

Pro-Tip:
Wenn Du selbst eine Visitenkarte bekommst, notiere Dir (nach dem Treffen, nicht in Anwesenheit Deines Gesprächspartners) kurz darauf, was Dir an der Person wichtig war.

2) Du verschaffst Dir Zugang
Klar, eine Visitenkarte ist kein magischer Schlüssel. Dennoch kann sie Dir Türen öffnen, wie ich an zwei Beispielen verdeutlichen will:
Bist Du Autor? Stell Dir vor, Du bist auf der Buchmesse und möchtest einem Verlag Dein neues Buchprojekt vorstellen. Irgendwie schaffst Du es, den zuständigen Lektor anzusprechen, der zwar nicht abgeneigt scheint, aber (natürlich !) gerade keine Zeit hat. Und auch keinen Termin mehr frei. Dann kannst Du den Kopf hängen lassen und die Chance ungenützt verstreichen lassen. Oder Du zückst Deine Visitenkarte und drückst sie dem Lektor in die Hand. Selbstverständlich darfst Du nicht erwarten, dass er Dich tatsächlich nach der Messe anruft. Aber DU hast einen Anknüpfungspunkt, wenn Du Dich bei ihm meldest. Weil der Lektor (selbstverständlich meine ich hier auch immer die Lektorin) Deinen Namen schon einmal schwarz auf weiß gesehen hat, kann er Dich viel leichter einordnen, und Du hast bereits einen Fuß in der Tür.
Wenn Du kein Autor bist, bist Du vielleicht Blogger. Und hast gehört, dass man auf der Buchmesse Rezensionsexemplare bekommen kann. Kann man auch – aber eher selten direkt. Weil die Lagerfläche an einem Messestand sehr begrenzt ist, prüfen Verlage in der Regel nach einer Messe erst einmal ihre Kontingente sowie die die Anfragen und schicken die Bücher dann per Post raus. Und dazu sollst Du am Messestand was? Natürlich – Deine Visitenkarte abgeben!

Dies sind natürlich nur zwei Beispiele. Je nachdem, was Du beruflich machst und was Dein aktuelles Ziel ist, sieht es bei Dir natürlich anders aus. Aber ich bin mir sicher, dass auch Du Visitenkarten gewinnbringend einsetzen kannst.

3) Du hebst Dich aus der Masse ab
Die Visitenkarte symbolisiert in erster Linie Dich und Dein Business. Ihr wichtigstes Ziel ist Deinem Gegenüber alle wichtigen Kontaktdaten von Dir zu geben. Darüber hinaus kannst Du das Kärtchen aber auch als Werbemittel nutzen, zum Beispiel durch eine besondere Gestaltung der Rückseite.
Deine Visitenkarte könnte ein Lesezeichen sein. Ein Kalender, ein Lineal, sogar ein Spiel! Es gibt unzählige Möglichkeiten, Deiner Visitenkarte einen Mehrwert zu verpassen. Natürlich verrate ich an dieser Stelle nicht alles, was mir so einfällt. Aber ich bin sicher, dass mir etwas außergewöhnliches einfällt, wenn Du mir Dein Projekt vorstellst.

4) Du fühlst Dich wie ein Profi
Das mag vielleicht im ersten Moment seltsam klingen, doch ein Körnchen Wahrheit steckt darin:Wenn Du mit dem, was Du tust, ernst genommen werden willst, musst Du Dich selbst ernst nehmen. Dir etwas Wertschätzung entgegenbringen. Wenn Du zu einem wichtigen Meeting gehst, achtest Du sicher darauf, was Du anziehst – weil Du es nach außen ausstrahlst, wenn Du Dich wohl fühlst. Ähnlich ist es mit Visitenkarten: Sie geben Dir ein gutes Gefühl. Und kosten im Zweifelsfall weniger als ein paar neuer Schuhe.

Wie sieht es aus, hast Du schon Visitenkarten?

Hab einen guten Tag!
Tanja

 

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