Montagsfrage: Wie gehst du als Buchblogger mit Ideenlosigkeit oder Phasen, in denen du nicht liest, um?

Heute möchte ich mich mal an der Blogparade von Buchfresserchen beteiligen. Svenja Borghans stellt auf ihrem Blog jeden Montag eine neue Frage rund um das Thema Bücher, die Montagsfrage.
Aufmerksam wurde ich auf diese Aktion durch meine saarländischen Blogger-Kollegin Sonja von Buchweiser.

Diese Woche geht es um Inspiration und Lesezeit:
„Wie gehst du als Buchblogger mit Ideenlosigkeit oder Phasen, in denen du nicht liest, um?“


Für mich haben die beiden Themen nur bedingt miteinander zu tun, weswegen ich sie getrennt voneinander kommentiere.

Das erste Problem – Ideenlosigkeit – stellt sich mir zum Glück nie. Das könnte man natürlich darauf schieben, dass ich noch nicht mal seit einem Jahr blogge (wobei das auch nicht ganz stimmt, denn ich hatte ja noch einen Bauchtanz-Blog). Aber ich bin sicher, dass ich auch in einem oder fünf Jahren noch Themen finden werde. Die Buchwelt ist immerhin riesig, vielfältig und bunt, da gibt es immer was zu entdecken. Manchmal sprudeln die Ideen nur so aus mir raus und ich komme kaum damit nach, sie alle stichpunktartig zu notieren. Das mit dem Notieren ist eine wichtige Sache: Wenn ich wirklich mal einen unkreativen Moment erwische (z.B. wegen Krankheit), schaue ich kurz auf die Liste – und schwupps, sind die Ideen wieder da.

„Inspiration exists, but it has to find you working.“ (Pablo Picasso)

Und da sind wir schon beim zweiten wichtigen Ansatz: Auch an Tagen mit vermeintlicher Ideenlosigkeit kann produktiv gearbeitet werden. Einfach, in dem man sich an den Schreibtisch setzt und anfängt, statt auf die Muse zu warten. Das habe ich durch meine Tätigkeit als Tanzlehrerin gelernt: Wenn Du abends vor einer Klasse tanzhungriger Frauen stehst, musst Du die Choreo weiterschreiben, da hilft kein Jammern. Und ich habe oft gejammert – aber es gab keinen Tag, an dem ich es nicht doch schaffte, mich in die Materie zu vertiefen und ein gescheites Ergebnis zustande zu bringen.
Übung hilft da übrigens sehr. Außerdem ist es hilfreich, sich selbst Deadlines und feste Rhythmen zu setzen und sich z.B. vorzunehmen, jeden Mittwoch eine Rezension zu veröffentlichen.
Trotzdem kommt es auch bei mir natürlich immer wieder zu kürzeren oder längeren Blogpausen: Das liegt vor allem daran, dass ich wenig Zeit habe. An einer Rezension sitze ich schon mal eine Stunde (wie bei dieser hier). Oder eher vier (für diese habe ich bislang am längsten gebraucht bislang). Viel schwerwiegender ist jedoch, dass man das zu besprechende Buch auch lesen „muss“ – und das dauert eben seine Zeit. Auch andere Artikel, die wenigstens ein bisschen Mehrwert für die Leser haben sollen, schreiben sich nicht in zwanzig Minuten.

Und damit habe ich eine schöne Überleitung zum zweiten Teil der Montagsfrage: Was mache ich in Phasen, in denen ich nicht lese?
Ich setze voraus, dass diese Phasen dem Zeitmangel geschuldet sind – Leseflauten ohne Lust auf Bücher kenne ich kaum. Aber als Freiberuflerin und Mutter ist es für mich oft schwer, Zeit zum Lesen zu finden. Hier meine Gegenmaßnahmen:

1) eBooks
Ich bin großer Liebhaber des gedruckten Buches. Seit der Geburt meiner Tochter, die im Familienbett schläft, lese ich aber auch auf dem Tablett – einfach, weil ich dann kein Licht im Schlafzimmer anmachen muss.

2) leichtere Lektüre
In besonders stressigen Zeiten kann man auch mal auf seichte Literatur umsteigen – damit meine ich Bücher, bei denen nicht alle zwei Seiten die Handlung springt und das Personal überschaubar ist. Das Silmarillion liest sich schwer zum Geplapper einer Dreijährigen.

3) Anthologien
Wenn ich keine Zeit habe, am Ball zu bleiben, greife ich statt zum dicken Epos lieber zur Kurzgeschichtensammlung (z.B. diese hier) – gute Unterhaltung, knackig auf den Punkt gebracht.

4) Netflix ausschalten
Noch eine halbe Stunde, bis Du schon wieder los musst? Die Versuchung ist groß, sich auf die Couch zu knallen und eine (halbe) Folge der aktuellen It-Serie zu gucken. Durschnittliche Leser schaffen in dieser Zeit über 7.000 Wörter, gute sogar 12.000!

5) Gelegenheiten nutzen
Als Kind habe ich oft vor der Schule am Frühstückstisch gelesen (meine Mutter war dann schon zur Arbeit). Nicht gerade gesellig, würde ich heute mit Mann und Tochter nicht so machen. Aber ein paar Seiten bei einer Tasse Tee, wenn die zwei morgens aus dem Haus sind, gehen immer und sind ein echter Genuss, bevor ich mich in die Arbeit stürze. Weitere gute Gelegenheiten sind: beim Arzt, in Bus oder Bahn, auf dem Spielplatz. Und natürlich in der Badewanne.

Wo liest Du am liebsten?

Hab einen guten Tag!
Tanja

1 Gedanke zu “Montagsfrage: Wie gehst du als Buchblogger mit Ideenlosigkeit oder Phasen, in denen du nicht liest, um?

Schreibe einen Kommentar